Seebad Neusiedl am See

Konzept zur Steuerung der Parkplatzsituation und des Eintrittssystems im Seebad
  • Das Seebad Neusiedl als Top-Bad im Jahr 2013
  •  Situation des Parkplatzes vor dem Seebad bei Schlechtwetter im Jahr 2020
  • Gastronomie und die Bautätigkeiten am See verknappen das Angebot an verfügbaren Parkplätzen
  • Die Radständer können nicht mit der Qualität des Seebades mithalten und animieren nicht zur Anreise mit dem Fahrrad
  • Keine Parkplatzsorgen gibt es bei Schlechtwetter am Seebad

Der gefühlte und an manchen Tagen reale, sowie wegen diverser Bauvorhaben in Zukunft noch brennender werdende Parkplatzmangel, sollte gelöst werden. Dazu wurde die

Erstellung eines Konzepts zur Förderung von Familien und klimafreundlicher Anreise

beauftragt.

In zwei Schritten wurden die Parkplatzkapazitäten, nutzbaren Flächen des Seebads, die Auslastung der Parkplätze und Besucherzahlen erhoben. Weiters wurde ein Vergleich der Qualitäten, sowie Eintrittsgebühren und Parkraumbewirtschaftung aller Seebäder am Neusiedlersee angestellt.

Die Kernaussagen der Studie: Neusiedl ist das Top-Bad am See, Angemessenheit des Eintrittspreises, ein Überschreiten der Kapazitätsgrenzen bei den Parkplätzen ist auch in Zukunft nur an wenigen Tagen zu erwarten, dafür ist aber die Besucherzahl manchmal schon am Limit für ein angenehmes Freizeiterlebnis.

Erarbeitet wurden mehrere Varianten für eine Parkraumbewirtschaftung bei gleichzeitiger Senkung der Eintrittstarife. Für die ausgearbeiteten Varianten wurde die Wirtschaftlichkeit berechnet, Steuerungseffekte dargestellt und die erwarteten Vor- und Nachteile aufgezeigt.

Anlass für die Konzepterstellung war, dass an Spitzentagen die Parkplätze vollkommen ausgelastet schienen, sowie dass durch Bauvorhaben die Parkplätze reduziert würden.

Eine Saison lang wurden die Besucherzahlen im Strandbad, sowie die Auslastung der Parkplätze in unterschiedlichen Bereichen erhoben. Weiters wurde im Rahmen der Studie ein Vergleich mit den Eintrittssystemen der anderen Seebäder, sowie deren Parkraumbewirtschaftung angestellt. Um die Preisangemessenheit zu evaluieren wurde auch ein Vergleich der Qualitäten der Seebäder am Neusiedlersee angestellt.

Die Resultate waren in manchen Aussagen überraschend. Weniger überraschend war, dass Neusiedl das Top-Bad am Neusiedlersee (Gestaltungsqualität, Ausstattungsmerkmale, wie z.B. ein hochwertiger, großzügiger Kinderspielplatz, gesamt verfügbarer Fläche und insbesondere Erhaltungszustand, sowie Pflegequalität) darstellte. Der Eintrittspreis für Erwachsene lag im Median aller Bäder, war damit als angemessen bis günstig einzuschätzen, allerdings lagen die Eintrittsreise für Kinder und Jugendliche absolut an der Spitze, was als wenig familienfreundlich angesehen wurde. Im Gegensatz zu anderen Seebädern ist das Parken gratis, womit die umweltfreundliche Anreise von Familien mit Kindern gegenüber erwachsenen Singles im PKW benachteiligt wird.

Wirklich überraschend war aber die Feststellung, dass auch an Spitzentagen die Kapazitätsgrenze der verfügbaren Parkplätze nie erreicht wurde, und wahrscheinlich noch mehr, dass das Seebad, trotz seiner Dimension an einem Spitzentag 2013 seine Belastungsgrenze (unter Zugrundelegung von Standardwerten zum Flächenbedarf pro Besucher) überschritt.

Als Leitlinie wurde daher ausgegeben, das Seebad vorrangig als Infrastruktur der heimischen Bevölkerung, insbesondere von Familien zu sehen und erst nachrangig als touristische Einrichtung.

Dazu wurden verschiedene Varianten zur Parkraumbewirtschaftung bei gleichzeitiger Reduktion der Eintrittspreise, insbesondere für Saisonkarten und Kinder ausgearbeitet, deren Wirtschaftlichkeit berechnet und die erwarteten Steuerungseffekte dargestellt.

Auftraggeber: Stadtgemeinde Neusiedl am See
Projektzeitraum: 2013 bis 2014
Partner: DI Christian Grubits - PanMobile (Verkehrsplanung)