Egal, ob Sie normalerweise Schrippe, Mütschli, Semmel oder Brötchen kaufen: Waren Sie schon einmal innerhalb Deutschlands im Urlaub und standen dann verwundert beim Bäcker, weil Ihr Wunschgebäck einfach nicht zu finden war? Wir verraten Ihnen, was die Unterschiede sind und wie Sie wo bestellen!

Was ist es nun: Brötchen oder Semmel?

Beide Begriffe sind die am weitesten verbreiteten Bezeichnungen für das Weizengebäck, welches wir so gern zum Frühstück essen. Am aller sichersten ist es daher immer, wenn Sie beim Bäcker nach Brötchen fragen – die kennt schließlich eigentlich jeder. Jedoch sind sie nur in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und im halben Rheinland-Pfalz auch als solche gekennzeichnet.

Gerade in Bayern, genauso wie in Österreich kennt man das Gebäck hingegen auch als Semmel. Das Wort leitet sich dabei vom lateinischen „simila“, also „fein gemahlenes Weizenmehl“ ab. Auch in Sachsen, Thüringen und Teilen von Sachsen-Anhalt ist dieser Begriff durchaus gebräuchlich. Übrigens: Bei uns im Online-Shop können Sie Ihren nächsten Laib Brot direkt nach Hause bestellen!

Brötchen und Laugengebäck in einem Brotkorb.
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Und was ist mit den Wecken und Schrippen?

Tatsächlich unterscheiden sich die Schrippen und Wecken in ihrer Form von den klassischen Brötchen und Semmeln. Sie sind nämlich rund und an der Oberfläche eingekerbt. Daher kommen auch ihre jeweiligen Bezeichnungen: Das althochdeutsche „wecki“ bezeichnete einen Keil, während das frühneuhochdeutsche „schripfen“ soviel wie „(aus-)kratzen“ hieß.

Während der Begriff Schrippe vor allem in Berlin verwendet wird, ist der Wecken in Südwestdeutschland und der Schweiz zu Hause. Letztere hat dabei über die Zeit viele Abwandlungen erfahren – so bestellt man in der Schweiz das Wegli, in Franken das Weggla, in Baden das Weckle oder Weckerle und in Südhessen den Weck.

Eine Nahaufnahme der Einkerbungen eines Kaiserbrötchens.
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Was gibt es außer Brötchen oder Semmel?

Außer diesen weit verbreiteten Bezeichnungen kennen manche Regionen noch ganz andere Worte für das Weizengebäck. So spricht man in Oberfranken zum Beispiel vom Laabla. Auch das Brötla und der Kipf wird in der Region hier und da bestellt. Hingegen kennen die Schweizer das Gebäck teilweise als Mütschli – das ist übrigens unabhängig von der Form.

Eine Sonderform stellt zudem das Kaiserbrötchen dar. Diese kennt man ursprünglich aus Hamburg und zeichnen sich durch die sternförmige Einkerbung im oberen Bereich aus. Heutzutage werden sie überall in Deutschland und Umgebung verkauft – meist unter demselben Namen. Nur in Berlin (Kaisersemmel) und in Wien (Handsemmel) macht man hier eine Ausnahme.

Auf einem Teller liegt ein Porzellanengel und einige Linzer Plätzchen
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Achtung Falle: Brödle sind keine normalen Brötchen!

Wer von Brötchen darauf schließt, dass auch das Brödle das gleiche Gebäck bezeichnen muss, liegt damit leider falsch. Das vor allem im schwäbischen, badischen und alemannischen Raum verwendete Wort hat eigentlich nichts wirklich mit Brötchen oder Semmel zu tun. Stattdessen bezeichnet man hier mit dem Brödle das, was wir sonst meist als Plätzchen kennen.

Auch in Österreich kennt man das Brödle, jedoch hat es hier wieder eine andere Bedeutung. Es bezeichnet die kleinen, belegten Schnittchen, die wir auch als Canapés kennen. Lassen Sie sich also nicht verwirren und fragen Sie sicherheitshalber lieber noch einmal nach, damit Sie auch wirklich das richtige Gebäck bekommen.

Brötchen liegen auf einem Tablett im Freien.
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Ein kurzer Exkurs ins Umland

Nun wollen Sie vielleicht nicht nur in Deutschland Ihre Frühstückssemmel oder Ihr Frühstücksbrötchen bestellen. Damit Sie auch in anderen Sprachen wissen, was Sie bekommen werden, haben wir Ihnen noch einen kleinen Ratgeber zusammengestellt. So bekommen Sie beispielsweise im osteuropäischen Raum „žemľa“ oder „žemle“. Diese sind jedoch eher als Hörnchen geformt, während ihnen dennoch das gleiche Rezept zugrunde liegt.

In Frankreich wollen Sie meist ein „tartine“ – also ein länglich aufgeschnittenes Stück Baguette. In Italien hingegen sollten Sie nach einem „panini“ oder „panino“ fragen, um ein klassisches Brötchen im Nationalstil zu bekommen. Wollen Sie es in den Niederlanden verzehren, brauchen Sie ein „kadetje“, in Belgien hingegen ein „pistoletjes“ und in Dänemark sowie Norwegen bzw. Schweden ein „rundstykker“. Hier alles nochmal im Überblick: 

Ein Brötchen mit etwas Leberkäse und einem Setzei darauf
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RegionBrötchen-Version
Osteuropažemľa/žemle
Frankreichtartine
Niederlandekadetje
Belgienpistoletjes
Nordeuroparundstykker
Italienpanini
Spanienpanecillo

Natürlich gibt es noch viele weitere Bezeichnung für unser heißgeliebtes Weizengebäck, doch ein Fakt bleibt: Brötchen, Semmel und Wecken sind weltweit beliebt und überall verbreitet. Sie müssen eben nur wissen, wie Sie richtig danach fragen.

Haben Sie nun Lust darauf, selbst Brot zu backen? Dann lesen Sie hier weiter:

Weiterführende Links
www.atlas-alltagssprache.de/brotchen/
www.ronaldfilkas.de/broetchen-semmel-schrippe-weck-wie-sage-ichs-richtig/